Am Samstag blieben wir alle extrem entspannt, schliesslich stand nur das relativ unwichtige Spiel gegen die USA auf dem Plan. Die Attraktivität konnte man schon am Ticketpreis erkennen, geschlagene 10 Euro. Also erstmal ein paar Bierchen in der Sportsbar zischen, was essen und dann zur Arena. Bei so einem Spiel braucht man sich sicher nicht beeilen. Und dann fiel uns die Kinnlade runter. Das Spiel war tatsächlich ausverkauft! Un-fucking-fassbar! Anscheinend hatten die Heimfans an diesem Samstag nichts besseres zu tun und hatten alle Tickets aufgekauft, was bei dem Preis natürlich kein Wunder ist. Die Finnen sind halt so eishockeyverrückt, dass sie selbst so eine unbedeutende Eishockeypartie als Nachmittagsbeschäftigung anderen Dingen vorziehen. Deshalb durften wir das Spiel im gar nicht gefüllten Fanzelt anschauen. Nun gut, so schlimm war das nicht, denn die Partie ging gleich von Anfang an in die Hose. Man merkte deutlich, dass die Jungs nach dem gestrigen Abendspiel nicht mehr frisch waren. Egal, es gibt ja noch die Abschlusspartie gegen die Franzosen.


Gute Laune in der Sportsbar.


Es sah da so leer aus, weil alle schon in der Halle waren.

So eine große Leinwand ist doch auch was feines.

Über den Sonntag gibt es eigentlich nichts besonderes zu berichten. Wir hatten wieder Besuch in der Hütte und erfreuten uns an leckerem Essen und geistigen Getränken. Life is good! Nuff said!


Neben Bier waren da auch andere Alkoholika im Spiel, wie man hier sieht. :-)


Volle Hütte!

Montag, letztes Spiel der Vorrunde. Wir genossen das herrliche Fastsommerwetter ab Mittag in einem Biergarten (bzw. was in Finnland so als Biergarten durchgeht) und kamen dann kurz vor Spielbeginn an der Arena an. Diesmal trotz genauso günstiger Preise keine Probleme mit den Tickets, selbst eishockeyverrückte Finnen müssen unter der Woche arbeiten. Aber es waren sogar einige französische Fans da, von denen einige seltsamerweise als Tiere verkleidet waren. Färbt die finnische Begeisterung für kreative Kostümierung jetzt schon auf andere Länder ab? Beim Spiel war schon vor Beginn die Luft etwas raus. Die Slowakei hatte schon vorher deutlich die USA besiegt und uns damit die letzte Chance aufs Erreichen des Viertelfinales genommen. Man kann sich halt auf die Amis nicht verlassen. Das Spiel lief ganz nett, aber die letzte Konsequenz fehlte dorch irgendwie. Kein Wunder also, dass es am Ende Unentschieden stand und erst die Verlängerung den Sieg für uns brachte. Dann wurden noch die besten Spieler des Turniers geehrt, die Mannschaft ein wenig gefeiert, fertig, aus. Am Abend dann noch ein Abschlußgrillen und Vernichtung der letzten Bestände. Ganz haben wir es nicht geschafft, aber wir waren bemüht. :-)


Draußen in der Sonne und ein kühles Bier, was will man mehr?


Im Fanzelt sah man die Folgen einiger ausschweifender Feiern. :-)

Ein offener Kamin in einer Eishalle - das findet man nur in Finnland.

Keine Veränderung kurz vor dem Ende.

In der Verlängerung ging's nochmal zur Sache.

Und dann kurze Zeit später das Siegtor.

Die MVP des WM-Turniers: Wolf, Kink und Zepp

Das war's dann für dieses Mal - Tschüss Hartwall Arena!

Der Sonnenkönig von Helsinki grüßt zum Abschied.

Und das letzte WM-Fleisch wird gegrillt.

Dienstag, Abreisetag, alles zusammenpacken! Unsere Autofahrer waren schon ziemlich früh dran, um ihre jeweiligen Fähren zu erwischen. Ulli und Andi rüber nach Tallin und dann auf einer neuen Ostroute gen Heimat, Dirk und Tom auf die Ostseefähre nach Rostock, um dann gleich zum Fantreffen nach Bayreuth weiterzufahren. Das sind harte Männer. :-) Der Rest hatte zeitlich recht unterschiedliche Flieger, also trennten wir uns am Bahnhof und die netten Leute von KLM brachten mich (mit dem obligatorischen Amsterdam-Stopp) pünktlich nach Nürnberg zurück, wo ich mich dann mental auch auf das anstehende Bayreuther Fantreffen vorbereitete.

Nun gut, wie urteilen wir jetzt über diese WM? Besser als erwartet, aber schlechter als erhofft? Immerhin sind wir nur wegen eines schnöden Punkts am Viertelfinale vorbeigeschrammt. Das lief dann 2003 schon besser, die meisten erinnern sich sicherlich noch an die spannende Viertelfinalpartie in Turku gegen Kanada damals. Sei's drum, es hat schon gepasst. Interessiert hat es eh keinen, da unser Verband dieses Jahr das Sommertheater übernommen hat und mit seiner Sturköpfigkeit dem deutschen Eishockey mehr Schaden zufügt als alle Niederlagen zusammen. Nächstes Jahr kommt dann etwas ungewöhnliches auf uns zu, die WM findet in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands statt. Dieses Land wird auch gerne als "letzte Diktatur Europas" bezeichnet. Deswegen werden sicherlich einige diese WM meiden. Ich bin schon gespannt darauf, was uns dort erwarten wird, immerhin ist Eishockey dort die Hauptsportart und sicherlich möchte man vor den Augen der Eishockeywelt gut aussehen. Also dann: Doswidanja!

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