Ein Reisebericht zur Eishockey-Weltmeisterschaft 2008 in Kanada

Der Eishockey-Weltverband IIHF machte sich und den Eishockeyfans dieses Jahr ein besonderes Geschenk: Zu Ehren des hundertjährigen Bestehens der IIHF wurde die Weltmeisterschaft zum ersten Mal in Kanada, dem Mutterland des Eishockeys, ausgetragen. Ganz klar, so eine Gelegenheit darf man sich nicht entgehen lassen, ein Land, dass Eishockey wirklich lebt, zu besuchen. Ein netter Gegensatz: Im letzten Jahr noch Russland mit seiner Mischung aus Vergangenheit und Aufbruch und jetzt den nördlichen Nachbarn der Wiege des Kapitalismus. Halifax, Hauptstadt der Provinz Nova Scotia und wichtiger Antlantikhafen, war der Spielort des deutschen Teams. Zum Glück, da der andere Spielort Quebec City war, was bekanntlich im französischsprachigen Teil Kanadas liegt. Nichts gegen die Frankokanadier, aber die englische Sprache verstehe ich wenigstens. :-)

Aufgrund der doch etwas höheren Entfernung war es nicht so einfach, eine Reisegruppe zu finden, aber beim Deutschland Cup fand sich eine Gelegenheit. Die diesjährige Gruppe: Petra (Piesty), Monika und Paul aus Köln, sowie Attacke aus Braunlage. Als erstes wurden die Flugpläne studiert, es gibt einige gute Direktverbindungen von Frankfurt nach Halifax, die auch preislich im unteren Segment liegen, aber da wir auch das Viertelfinale noch sehen wollten, passten die Rückflugtermine nicht. Wir einigten uns schließlich auf einen Flug mit Icelandair, mit einem Zwischenstop in Reykjavik. Das Hotel war schon von Petra organisiert worden und die Tickets für die Vorrunde wurden kurz vorher organisiert, da wir nicht sicher waren, welche Spiele wir alles sehen wollten. Tagestickets (2 Spiele) lagen umgerechnet bei ca. 45 Euro, also noch relativ normal. Ich war auch sehr froh, dass Kanada keine Visumpflicht für Deutsche hat, den Stress vom letzten Jahr brauche ich nicht noch einmal (Gruß an Jens :-) ).

Normalerweise sieht man während einer WM, wie das jeweilige Gastgeberland den 1. Mai (Tag der Arbeit) feiert (letztes Jahr z.B. mit riesigen Paraden), diesmal jedoch nicht, weil a) die WM ungewöhnlich spät am 2. Mai begann (wahrscheinlich um die NHL-Konkurrenz  noch ein wenig zu reduzieren) und b) die Kanadier diesen Feiertag an einem anderen Termin (Anfang September) begehen. Während ein Großteil der deutschen Fans einen Direktflug zu früher Morgenstund nutzten und deshalb die Nacht am Frankfurter Flughafen verbringen durften, konnten wir entspannt vormittags in Frankfurt eintreffen und für den Flug einchecken. Zu Frankfurt sei noch gesagt, es mag der drittgrößte Flughafen Europas sein, aber sobald man die Sicherheitskontrollen hinter sich hat, kommt man sich wie auf einem Regionalflughafen vor (Köln z.B. war da wesentlich attraktiver). Zusätzlich hatte der Flieger wegen einem technischen Problem noch eineinhalb Stunden Verspätung. Der Flug nach Reykjavik lief dann etwas beengt, aber reibungslos.

In Island landet man auf einem kleinen, aber modernen Flughafen irgendwo im Nirgendwo (die Stadt selbst liegt 50 km entfernt).


Auf dem Weg zum nächsten Terminal

Sieht aus wie eine Landschaft, nachdem die Schneedecke geschmolzen ist.

Auch die Isländer hatten ihre Wikinger-Zeiten.

Nach zwei Stunden ging es dann wieder in den Flieger, der genauso beengt war. Im Kino sehen Transatlantikflüge immer bequemer aus, könnte natürlich an der Fluglinie liegen. :-) Aber wenigstens das Essen war ganz brauchbar. In Halifax kamen wir um 20.50 Uhr Ortszeit an und gleich bei der Einreisekontrolle die erste Überraschung. Nicht der übliche starre Blick ala "Mal schauen, ob das auch dein Ausweis ist". Nein, der Beamte lächelt, erkundigt sich nach meinem Befinden, hält noch ein bissel Smalltalk. Mal was anderes. Auch der Flughafen von Halifax liegt ca. 30 km von der Stadt entfernt , deshalb musste erstmal ein Großraumtaxi her.


Petra und Monika bei der Transportorganisation

Na, da fühlt man sich doch gleich wohl auf so einem ausgezeichneten Airport.


Das fuhr uns dann flugs über den Highway vorbei an bulligen Trucks, die man sonst nur aus Filmen kennt. In Downtown Halifax bezogen wir unser Zimmer im Marriott Residence Inn, einem sehr zentral gelegenen Hotel, dass ich sehr empfehlen kann. Praktischerweise befand sich das "Deutsche Eck", ein English Pub namens "Maxwell's Plum" direkt gegenüber auf der anderen Strassenseite. Das Lokal nennt sich auch "Haus der 60 Biere", kein Wunder also, dass es immer randvoll mit Fans war.  Auf jeden Fall ein schöner Ort, um sich an die Lokalzeit anzupassen. :-)


Lauter lustige Leute waren da versammelt.

So ein Bierturm ist auch schneller leer, als man annimmt. :-)


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