Dobry den!  Eishockey führt uns immer wieder mal in Regionen, die man als normalsterblicher Urlauber nicht unbedingt als Reiseziel auf dem Schirm hätte. Das trifft wohl voll auf den diesjährigen Gastgeber Weißrussland zu, von dem niemand so recht wusste, was man da zu erwarten hat. Das Land wird gerne mal als "Letzte Diktatur Europas" bezeichnet aufgrund des örtlichen autoritären Regierungsstils. Klingt nicht unbedingt positiv. Braucht man da eine polizeiliche Erlaubnis, bevor man zum Lachen in den Keller gehen darf? Nun, weit gefehlt! Wir waren wirklich überrascht! Aber dazu später noch mehr. Wußtest ihr übrigens, dass der Name Belarus = Weißrussland eigentlich inkorrekt übersetzt wurde? Zwar bedeutet "bely" im Russischen weiß, aber im Mittelalter hatte das gleiche Wort die Bedeuteung "westlich", deswegen wäre Belarus = Westliche Rus richtiger (Rus ist die mittelalterliche Bezeichnung für das ostslawische Herrschaftsgebiet). Aber nachdem sich Weißrussland bei uns durchgesetzt hat, bleiben wir dabei.

Bei so unbekannten Regionen reist man gerne mit bekannten Leuten. Also war ich wieder mit Ullis Indianerteam unterwegs. Letztes Jahr hatte ich ja schon erwähnt, dass Ulli & Co. die Ostroute mit dem Auto nach Finnland fuhren. Naheliegend, dass der passionierte Autofahrer auch diesmal trotz der großen Entfernung keinen Flug, sondern eine Autoroute mit mehreren Zwischenstationen geplant hatte. Und dank eines freien Platzes im Auto konnte ich die zusätzliche Kult(ur)-Tour mitmachen. Damit ist in diesem Bericht mehr Reise als sonst enthalten. :-)

Auf der Strecke von Hannover in den wilden Osten ist Berlin im Gegensatz zu Nürnberg gut gelegen, also setzte ich mich am frühen Morgen in einen ICE Richtung Hauptstadt, um dann mittags die anderen zu treffen. Ja, denkste. Die Strecke Nürnberg-Bamberg war wegen einer ungeplanten Baustelle gesperrt und der Zug wurde über Würzburg geleitet. Zwei Stunden Verspätung! Hätte wohl doch lieber den Fernbus nehmen sollen wie zuerst geplant. Die anderen nutzten dann die Gelegenheit zu einem schnellen Berlin-Sightseeing. Nachdem ich dann endlich am Potsdamer Platz aufgeschlagen war, ging es weiter Richtung Polen bzw. nach Allenstein (polnisch Olsztyn). Wegen der Verspätung fuhr Ulli die Strecke mit maximaler Ausnutzung aller Spielräume. Ok, sind wir mal ehrlich: Er fährt eigentlich immer so. :-) Zu später Stund kamen wir beim Apartment in Allenstein an und klärten noch alles mit dem Vermieter, der uns schon etwas früher erwartet hatte. Nett, dass nebenan eine kleine Kneipe liegt, bei der gleich eine Bierprobe mit verschiedenen polnischen Produkten durchgeführt wurde. Als die Kneipe dann dicht machte, wurde die nächste Tanke für Flüssignahrung aufgesucht. Auf dem Rückweg hatten wir dann eine nette Begegnung mit der polnischen Polizei. Tja, auch in Polen ist das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. Wir kamen aber mit einer Ermahnung davon. :-)


Bild des Stadtzentrums aus historischen Zeiten


Bilder der sehenswürdigen Stellen von Allenstein, schön gemacht!

Sowas ähnliches wie ein Marktplatz, nur ohne Markt.

Obligatorisches Apotheken-Bild :-)

Das örtliche Rathaus

Das Hohe Tor, eines der ehemals drei Stadttore von Alleinstein

Eine imposante Kirche direkt neben unserer Wohnung.

Nach einer kurzen Nacht war mir dann übelst übel am nächsten Morgen. War vermutlich dieses komische Bier, dass irgendwie wie Klostein geschmeckt hat. Zuerst schauten wir uns noch ein wenig das Stadtzentrum von Allenstein an und futterten zu Mittag bei einem örtlichen griechischen Restaurant. Als nächstes stand dann ein Besuch von Bartenstein (polnisch Bartoszyce) an, eine Kleinstadt und Partnerstadt von Nienburg (Andis Heimatort). Hier stellten wir fest, dass dieser Ort sowas von nicht sehenswert ist. Und Kaffee können sie da auch nicht kochen. Aber zumindest eine brauchbare Eisdiele. Bartenstein liegt sehr grenznah zur russischen Exklave Kaliningrad (ehemals Königsburg). Mangels Visum mussten wir da auf einen Abstecher verzichten.  Nächster Halt dann in Rastenburg (polnisch Ketrzyn), wo kurz die Unterhopfung bekämpft wurde. Hier in der Nähe liegen auch die Überreste der Wolfsschanze, der Bunkeranlage, die vor allem durch das fehlgeschlagene Hitler-Attentat bekannt wurde. Leider waren wir etwas zu spät dran und konnten keine Bilder mehr machen. Dann also weiter zum nächsten Übernachtungspunkt nach Lötzen (polnisch Giżycko), welches sehr malerisch an einem der zahlreichen masurischen Seen liegt. Hier gönnten wir uns einen Aufenthalt in einem Viersterne-Hotel. Einen eigenen Whirlpool im Zimmer hat auch nicht jeder. Auch die Hotelbar (mit eigener Bowlingbahn) war sehr nett. :-)


Auf dem Weg nach Bartenstein lag eine ehemalige Festung.


In diesem Teil ist heutzutage ein Vier Sterne-Hotel untergebracht.

Der schöne Teil von Bartenstein :-)

Auch hier gibt's ein historisches Stadttor

Megazoom-Bild der Grenzstation nach Königsberg.

Und hier nicht ganz so stark gezoomt.

Von diesem polnischen Historiker stammt der heutige polnische Name von Rastenburg.

Ein paar Einblicke in unsere Luxussuite.

Nein, wir haben ihn nicht benutzt. :-)

Schon schick.

Auch von außen sieht das Hotel gut aus.

Die Hotelbar ist auch klasse.

Blick auf einen der schönen Seen bei Lötzen

Kleiner Hafen mit gutem Restaurant dahinter.

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