Pünktlich zur Weiterfahrt nach Minsk bessert sich das Wetter. Vilnius liegt sehr nahe an der Grenze zu Weißrussland, also nur ein kurzer Trip und ein umso längerer Aufenthalt. Die Grenzanlagen zwischen der EU und Belarus sind riesig. Die Warteschlange für LKWs musste man schon in Kilometern rechnen. Die PKW-Reihe war zum Glück nicht so lang. Ansonsten war aber die Einreise recht einfach. Reisepass und Ticket übergeben und eine Migrationskarte ausfüllen, das war es schon. Wow, das ging ja wirklich (wie angekündigt) einfach. Weiter dann auf etwas, was die Weißrussen wohl Fernstrasse nennen, wir aber eher wohl Landstrasse. Die brachte uns dann an einem Haufen Landschaft und ein paar vereinzelten Dörfern vorbei nach Minsk (zum Glück hatten wir für die Stadt ein Navi dabei). Unser neues Apartment lag sehr zentral nur ein paar hundert Meter vom zentralen Oktoberplatz entfernt und wurde von allen für gut befunden. Nur wenig später traf unser fünfter Mann, Tom aus Krefeld, ein, der mit dem Flieger angereist war. Nachdem alle häuslich eingerichtet waren, ging es gleich los zu einer ersten Stadterkundung. In der Stadt waren alle auf den Beinen, denn der 9.Mai ist auch in Weißrussland ein Feiertag ("Tag des Sieges" - Ende des zweiten Weltkriegs in Russland). Für die ganzen Paraden war es schon zu spät, aber trotzdem war noch einiges los. Auch schon einige Eishockeyfans wurden gesichtet, die alle mit feierten. Schonmal ein guter Start. Die Kamera hatte ich leider liegen gelassen, deshalb keine Bilder von diesem Tag.

Erste Nacht in Minsk. Naja, das Sofa hätte einen Tick weicher sein können, aber sonst schon ok. Das erste deutsche Spiel fand (mal wieder) zur Mittagszeit statt, also schnell alle duschen und los gehts Richtung Minsk-Arena. Die liegt an einer der großen Ausfallstrassen und ist ca. sieben Kilometer von der Innenstadt entfernt. Und um dies zu geniessen und auch die ganze vorhandene Architektur zu würdigen, liefen wir die ganze Strecke zu Fuß.  Ächz. Meine Füsse waren schon vom Vortag lädiert. Aber das gab immerhin ein paar schöne Bilder.


Dieser historische Panzer russischen Typs steht hier als Denkmal.


Das Denkmal liegt direkt oberhalb des Oktoberplatzes.

Der recht klassisch aussehende Kulturpalast..

Der Palast der Republik sieht hingegen typisch sowjetisch aus.

Das Altstädter Rathaus wurde 2004 nach alten Bauplänen rekonstruiert.

Die Kathedrale des Heiligen Geistes

Lustige Fotospielchen beim Fanfest.

Der Obelisk wurde anläßlich der Ernennung von Minsk zur "Heldenstadt" 1974 errichtet.

Solche Riesenplakate standen am 9. Mai in der ganzen Stadt rum
Der Palast der Unabhängigkeit - ein Zentrum für Staatsempfänge und Veranstaltungen

BelExpo, das Messezentrum von Minsk

Und noch eine Kirche, diesmal typisch russisch-orthodox.

Endlich an der Arena angekommen,  erstmal durch die üblichen osteuropäischen Sicherheitskontrollen. Alles aus den Taschen rausnehmen, Metalldetektor, Abtasten. Aber (und damit habe ich überhaupt nicht gerechnet) man durfte dann alles mit reinnehmen. Kameras aller Größen, Fahnenstangen usw. Hey Prag, nehmt euch mal ein Beispiel für 2015! Im Fandorf liefen wir dann gleich einem Reporter von Sport1 über den Weg, also das erste Interview für die Heimat. Dann Tickets besorgen (unser "Eintrittsticket" war erst für das zweite deutsche Spiel). Was allerdings etwas erschwert wurde durch die zahlreichen "Moment, ich möchte ein Foto"-Aufenthalte. Ehrlich, ich wüsste auf Anhieb keine WM, bei der die Einheimischen so begeistert über die ausländischen Fans waren. Beim Ulli in voller Kriegsbemalung kann ich das ja verstehen, aber in Minsk wurde praktisch jeder abgelichtet, der ein ausländisches Trikot anhatte. Und das nicht nur am Anfang, sondern so ziemlich die ganze Zeit über.  Mit der Zeit trudelten dann auch alle anderen üblichen WM-Fans ein. Begrüssung, Begrüssung, Bier, Bier. :-) Wobei das weißrussische Bier eigentlich ganz trinkbar war und nur schlappe 25.000 Rubel gekostet hat. Nungut, Zeit fürs Spiel, rein in die Halle. Hoppla. nochmal die gleiche Sicherheitskontrolle? Naja, wenn es sein muss... Aber auch hier konnte man alles mitnehmen (Huhu, Prag!). Die Halle macht mächtig Eindruck und ist sicher vollauf KHL-würdig und war auch trotz relativ früher Stunde sehr gut gefüllt. Das Spiel gegen Kasachstan lief recht zäh, gegen so einen Eishockey-Exoten muss eigentlich mehr kommen. Im Penaltyschiessen dann doch noch der Sieg, aber einen Punkt verschenkt. Nach dem Spiel wurde dann im Bierzelt weitergefeiert, bis sich dann abends das Areal doch so langsam leerte. Also zurück in die Innenstadt (mit dem Bus diesmal!) und was gescheites essen bei einem Griechen, wo wir dann auch auf feiernde Finnen trafen (tun Finnen das nicht immer?). 


Ohne Worte :-)


Auch die (wenigen) Kasachen sind feierfreudig.

Das Fandorf vor der Minsk-Arena

Bei jeder WM die üblichen Gestalten :-)

Ullis Charme wirkt auch bei den örtlichen Raumpflegerinnen. :-)

Mit dem Ordner haben wir uns auch gleich angefreundet.

Gefährliche Situation

Zwei andere Nürnberger waren auch vor Ort

Guter Blick auf die Performance der Cheerleader.

Hier ein guter Überblick der Halle:

Wie man sieht, war die Halle gut gefüllt - übrigens bei den meisten Spielen genau so voll.

Die Frauen standen Schlange für ein Foto :-)

Letztes Drittel dann am Bierstand

Blick auf das Fandorf von der anderen Seite, im Hintergrund ein Einkaufszentrum.

Mächtig viel Spaß im Bierzelt - auch mit den einhemischen Mädels.

Ah, so einen Kuhhut hatte ich auch bei der ersten Schweden-WM.

Wir wechseln mal kurzzeitig zur Schweiz über.

Und diesen Herrn kennen wir noch vom letzten Jahr her.

Der tut nur so, als würde er schlafen. :-)


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