Ein Reisebericht zur Eishockey-Weltmeisterschaft 2005

Der WM-Kalender lieferte uns dieses Jahr das Land der tiefen Täler und hohen Berge, bekannt aus Funk, Fernsehen und zahlreichen (Apres-)Skitouren. Nein nicht die Schweiz, die muss noch vier Jahre warten, die Rede ist vom schönen Österreich.

Die Gruppeneinteilung hatte die deutsche Mannschaft nach Wien, die Stadt der Fiaker und Kaffeehäuser, gesetzt. Von Nürnberg aus gibt es gute Direktzugverbindungen nach Wien, am Samstag Vormittag ging es für mich los. Auch andere Fans aus Bayreuth, Rosenheim oder der näheren Region fuhren mit. Nach fünf Stunden Zugfahrt im Westbahnhof angekommen, begab ich mich auf die Suche nach dem Hotel, dass eigentlich ganz in der Nähe sein sollte. Nach leichter Verwirrung wegen einer ungenauen Angabe auf dem Lageplan fand ich es auch und wurde dort von Anja und Lusches begrüßt, die schon mittags eingeflogen waren (Mitflieger Tux lag noch irgendwo in Essig). Sogleich wurde der erste Biervorrat beim benachbarten Zielpunkt (die österreichische Version des Plus-Supermarkts) eingekauft, damit das Warten auf die Ankunft des Mannheimer Fliegers nicht so trocken blieb. Nach Vervollständigung des WM-Teams ging es auf kulinarische Erkundigung. Wie passend, dass ein japanisches Restaurant gleich neben dem Hotel lag. Allerdings wollten sich nicht alle auf ein Sushi-Abenteuer einlassen. Tux bewies gleich seinen eisernen Magen, indem er eine grüne Paste aufschleckte, die bei uns wohl eher als biologisches Lösungsmittel deklariert werden muss. Meine Versuche, die japanische Form von Chicken Wings mit Stäbchen zu essen, wurden von den anderen irgendwie nicht ernsthaft genug gewürdigt. Der Mannheimer Teil unserer Gruppe wurden an diesem Abend sehr emotional, per Fernberichtserstattung über Handy kamen die letzten Momente des Friedrichsparks (inkl. vorbereitender Abbrucharbeiten) rüber. Das musste natürlich noch mal ordentlich begossen werden.

Einer seltsamen Tradition zufolge habe ich am zweiten WM-Tag morgens immer Kopfschmerzen und dieser Tag machte keine Ausnahme. Muss wohl die Umstellung auf Flüssignahrung sein. Als erstes machten wir Bekanntschaft mit einem für uns ungewohnten Phänomen bei einer WM: Frühstück! Und das sogar gut und reichhaltig im nebenan liegenden Kaffeehaus. Mittags machten wir uns auf in Richtung Stadthalle, ca. 15 Minuten Fußweg. Dort angekommen, fiel uns gleich eine Kneipe namens "Pub Bei Charlie" auf, eine wirklich exzellente Lage, nur ein paar Meter neben der Halle. Zunächst wurde aber erstmal das Fandorf begutachtet, dass zu früher Stund noch gering besucht war.



Beim Auffüllen der Alkoholspeicher wurden die so nach und nach eintreffenden Bekannten begrüßt, unter anderem auch der aus dem Schweden-Report bekannte Highlander.


Nachdem uns die Hitze im Zelt (ja, da war es noch warm in Wien) weich gekocht hatte, ging es zum Nachmittagsspiel in die Halle. Positive Überraschung: Die Ordner und Sicherheitskräfte zeigten sich von Anfang an sehr entspannt, es gab nur den in den meisten Hallen üblichen Sicherheitscheck. Sehr angenehm verglichen mit Prag letztes Jahr.


Der Stadthalle sieht man ihr Alter schon deutlich an. Eigentlich ganz brauchbar, aber wie der österreichische Verband es geschafft hat, die IIHF mit ihrer Fixierung auf neuen Arenen von dieser Halle zu überzeugen, bleibt ein Rätsel. Zu den Problemen mit dem Softeis in der Halle ist auch schon genügend geschrieben worden. Es war aber bis zu den Finalspielen immer warm bis heiß in der Halle. Das erste Spiel Schweiz-Tschechien lief ganz nach Tradition ab. Die Tschechen erzielen schnell die Führung, tun dann nur noch das nötigste, um die Schweiz auf Abstand zu halten und gewinnen.


Eine voll besetzte Halle: Kein Wunder, ist ja auch der Tag der Arbeit.


Der Stehplatzblock war fest in tschechischer Hand. Und sollte es auch bei allen tschechischen Spielen bleiben.


Die Schweizer fand man grundsätzlich in einem der Torblöcke, auch genauso lautstark wie gewohnt.

In der Pause zwischen den Spielen treffe ich noch mehr bekannte Gesichter, Shorty und Biggi sind eingetroffen. Vor dem Spiel lerne ich König Taddi von Wilhelmshaven
kennen. Seine Majestät lobt meine WM-Berichterstattung, eine große Ehre für mich, vielen Dank!


Der King lebt!

Auf geht's zum ersten Spiel der Deutschen. Als Begrüßungsgeschenk legen uns die Kasachen gleich einen Puck ins Tor. Super! Asiaten wissen halt, was sich gehört. Das Spiel läuft im zweiten Drittel unverändert mies weiter, auch das Tor kurz vor der zweiten Pause bringt keinen Aufwind und so geht das Spiel verdient verloren.


Ja, beim Auflaufen war man noch guter Dinge...


... wie man hier sieht. Der Mann im Vordergrund ist wahrscheinlich Österreicher. :-)


Die Fandorfstraße zur Stadthalle hin.

An der Straße vor dem Hallengelände stand immer ein Hummer mit hübschen Mädels von BetandWin, die so ziemlich jede Fangruppe ab drei Personen mit Digicams ablichtete.Natürlich konnten die Girls dem Charme von Sven nicht widerstehen.




Die schon weiter oben erwähnte Kneipe war nach dieser Niederlage reichlich überfüllt. Es wurde neben dem üblichen Bierkonsum geplaudert, analysiert, dies und das erzählt, Anekdoten ausgetauscht und der König gab seine besondere Bewunderung für Highlander kund, speziell für den Wohnmobilschlaf während der Überfahrt nach Karlstad (Schweden-WM). Nachdem das Lokal den Außenbereich um 3 Uhr morgens wegen den Anwohnern dicht machen musste, ging es für uns auch so langsam wieder zurück in Richtung Hotel.


Hägar wurde von Highlander mit anständiger Kost versorgt, einem guten Scotch.


Der König mit seinem Idol zusammen.

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