So richtig gut ausgeschlafen heute, vollkommen ungewohnt. Heute gibt's das Halbfinale, welches wir aber nur im TV sehen werden, weil dafür keine Karten im Paket zu haben waren. Aber nicht umsonst stand ein großer Fernseher in unserem Stammlokal. Am Nachmittag also waren wir zunächst draussen ein paar Biere am vernichten, als plötzlich die eigentlich schon abgereiste Gerda aus Hamburg bei uns auftauchte. Sie hatte sich versehentlich im Abreisedatum um einen Tag geirrt und stand gestern abend abflugfertig am Flughafen ohne Flieger. Was macht man da also? Am Flughafen übernachten? Doch noch ein Hotel für eine Nacht buchen? Weit gefehlt! Sie bucht ein Wochenendticket für den sofortigen Flug nach Hamburg. Dort angekommen, kam dann die Überlegung: Ist ja eigentlich ein Ticket mit Rückflug inklusive. Also Gepäck daheim abgeladen, morgens wieder in den Flieger, mit uns das Nachmittagsspiel angeschaut und dann den regulären Flug abends zurückgenommen. Verrückt? Nicht in Hamburg!


Mit den Mädels konnte man sich immer gut unterhalten.

Die Halbfinalspiele waren echt hochklassig. Kanadier mit einem fantastischen ersten Drittel, aber dann kam die russische Maschine so richtig auf Touren und liess dem Gegner kaum noch Raum. Mit Glück retteten die Kanadier die Führung über die Zeit. Genauso hochklassig das Spiel Schweden-Tschechien. Die Tschechen zeigten ihr Finalhockey (im Gegensatz zum Vorrundenhockey). Danach gings dann noch weiter bis spät in die Nacht in unserem Pub. Sehr lustig vor allem die Begegnung mit einem schon leicht angetrunkenen finnischen Ex-Nationaltorwart, dem sein drittes Wort gleich Erich Kühnhackl war, nachdem er gehört hatte, dass wir Deutsche sind. Die Antwort darauf von Sven (der finnische Kapitän von damals) verstand er dummerweise gründlich und fühlte sich tödlich beleidigt. Sven brauchte über eine Viertelstunde und mehrere Bier, um ihn davon zu überzeugen, dass es nicht böse gemeint war. So also verbringt Sven die Nächte hier, interessant zu wissen. :-)


Am nächsten Morgen wurde ich zu nicht mehr ganz so früher Stund von Tux aus dem Bett gehauen, war aber gut so, dadurch bekam ich noch rechtzeitig Frühstück. Alle waren gespannt auf das Finale. Ein paar wenige (ich auch) spielten mit den Gedanken, die Finaltickets zur Refinanzierung der WM zu verscherbeln, aber nur Bobby bekam einen vernünftigen Preis für seine Karten an zwei Kanadier. Egal, ein WM-Finale sieht man schließlich auch nicht jeden Tag.


Auch ein paar eher schmerzfreie Girls waren im BetandWin-Team.

Zunächst gab es aber erstmal das Bronze-Spiel Russland-Schweden. Ein richtig sehenswertes Spiel, Stars wie Ovechkin und Afinogenov sehen zu können, ist schon das Geld wert, Russland konnte auch verdient die Bronzemedaille einfahren.


Bronze für Russland!


Tschechische Hausmusik vor dem Finale. Mal was Originelles.


Am Abend dann das große Finale: Tschechien-Kanada. Von diesen beiden Übergrößen im Eishockey erwarteten wir natürlich ein Spiel der Extraklasse. Aber seltsamerweise bauten die sonst so souveränen Kanadier im Laufe des Spiels immer mehr ab, sodass die Tschechen relativ mühelos an ihren 11. Weltmeistertitel kamen.


Da die Kanadier nichts auf die Reihe bekamen, wurden sie kurz vor Ende handgreiflich.


Der beste Spieler des Finales: Vaclav Prospal


Weltmeister Tschechien! Eine schöne Entschädigung für die verkorkste Heim-WM 2004

Der Sieg wurde dann noch in der Kneipe zahlreich begossen, man verabschiedete sich von den BetandWin-Girls (Sven hat jetzt einige Telefonnummern mehr) und nachdem ich doch schon etwas geschlaucht war, ging ich um 1 Uhr zurück zum Hotel, Sven und Bobby tauchten pünktlich zum Frühstück um 7 Uhr wieder auf.


Der Tag der Abreise war da. Tux, Anja und Lusches hatten einen Frühflieger, konnten sich aber noch von Sven und Bobby persönlich verabschieden. Die Mannheimer flogen erst abends zurück und mein Zug ging auch erst am Nachmittag. Also wurde erstmal alles wieder in die Koffer gepackt, diese untergestellt und sich herzlich vom Chef unseres Appartmenthauses verabschiedet. Wer mal eine Zeitlang in Wien ist, sollte sich die Adresse (Appartmenthaus Walch) anschauen. Nicht unbedingt ganz billig, aber auf jeden Fall seinen Preis wert. Dann nochmal gemütlich beim Italiener zu Mittag gegessen. Danach mussten wir natürlich noch zum letzten Mal in unsere Eckkneipe an der Stadthalle. Die Mädels dort dürften jetzt auch urlaubsreif (und die Inhaberin reich) sein. Im übrigen der einzige Zeitpunkt dort, wo alle nicht-alkoholische Getränke geordert hatten. :-)


Der Abbau war schon in vollem Gange.

Ich musste dann doch langsam los, es gab die große Verabschiedung, Tasche holen und zum Zug schleppen. Ich muss mir doch mal eine gescheite Reisetasche anschaffen, die mir nicht die Schulter bricht. Nach 6,5 Stunden Zugfahrt war ich dann wieder spätabends in Nürnberg angekommen und durfte mich dann darauf freuen, am nächsten Tag gleich wieder arbeiten zu dürfen.

Vom sportlichen Aspekt aus deutscher Sicht mal abgesehen, war es auch 2005 eine gelungene WM-Reise mit viel Spaß und Spiel.
Bis nächstes Jahr bei der B-WM! Voyez-vous dans Amiens

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