Am nächsten Morgen (besser gesagt Vormittag) erstmal orientieren. Wo sind wir denn hier? Novolesnaya uliza, ca. 500m weg von einer der berühmten Ausfallstraßen Moskaus, der Tverskaja. Kontakt mit anderen Fans war schnell aufgenommen und ein Besuch des Spiels Finnland-Dänemark in der Chodynka Arena (dem Spielort in Moskau) eingeplant. Praktischerweise befand sich diese Halle nur zwei Metrostationen von unserem Standort. Dazu noch zwei Worte zur Moskauer Metro: Absolut überragend! Es gibt keine Fahrpläne, da jederzeit innerhalb von drei Minuten ein Zug ankommt. Und die Metrostationen sind allein schon eine Touristenattraktion. Große Rolltreppen führen in eine Tiefe, in der anderswo nur Atombunker (oder Mega-Tiefgaragen) liegen. Unten angekommen betritt man wahre Paläste mit Marmorverkleidung, Kronleuchtern, Holzstatuen und Bronzereliefs, komplett mit Sowjetsymbolen und ähnlichen Dingen. Und dazu noch unschlagbar preiswert. 


Das war noch nicht mal die längste.


Russiches Fitness-Training - Zehnmal die Treppen rauf und runter :-)

An der Station Dynamo trafen wir auf ein paar wie immer lustige Finnen, mit denen wir ins Gespräch kamen und von denen wir erfuhren, dass man in Moskau zwar viel trinken kann, danach aber unangenehme Fragen der Polizei wahrscheinlich sind, wenn man offensichtlich einen in der Krone hat. Egal, wer mich kennt, weiß, dass ich nie betrunken aussehe. ;-)


Woran erkennt man Finnen garantiert? An ihren interessanten Kopfbedeckungen.


Plattenbauten waren ja in Russland schon immer in, aber dieser moderne Mega-Wohnkomplex schlägt alles.

Die Finnen führten uns zu einem Minilokal neben einem Gebäude, das aussah wie eine Mischung zwischen Militärbunker und Flugzeughalle. Das Lokal war komplett in finnischer Hand und man genoß erstmal ein frisches Bier. Danach gingen wir zur benachbarten Arena, um Karten zu besorgen und trafen dort auf die anderen deutschen Fans. Nach Kartenkauf ging es erstmal zurück zum Lokal für ein paar weitere Biere und kurz vor Spielbeginn dann wieder zur Arena. 


Endlich wieder normale Leute!


Dänische Fans waren natürlich auch einige vor Ort.


Eine der etwas ungewöhnlicher aussehenden Biersorten.


Diese Alien-Antenne liegt direkt vor der Arena. Oder war das ein altes Radarsystem?


Einer der imposanten Wolkenkratzer-Komplexe, die die Architektur von Moskau stark bestimmen.


Rund und breit: Die Chodynka-Arena mit der auffälligen Außenrampe

Und hier machten wir eine erfreuliche Erfahrung. Zwar musste man hier ebenso wie in Prag durch eine Sicherheitskontrolle mit Metalldetektor, aber die Sicherheitskräfte zeigten sich extrem entspannt und beliessen es bei einer flüchtigen Kontrolle. Handy und Kamera vorzeigen, durch den Detektor, fertig! Wenn ich da an die paranoiden Tschechen denke, Daumen hoch! Die Chodynka Arena ist eine der größeren Eishallen, die von außen recht imposant wirkt, rund gebaut mit einer Rampe, die sich um das Gebäude hochwindet. Das Innere wirkt jedoch irgendwie unübersichtlich und unruhig durch die bunt gemischten Sitzfarben. Der Unterrang geht noch, aber der Oberrang wirkt irgendwie verbaut und eng mit steilen Tribünen. Zum Spiel sei nur soviel gesagt, dass die Finnen das recht souverän rausgespielt haben. 


Jens betrieb dann gleich mal Ost-Ost Völkerverständigung. :-)


Richtiggehend rund, diese Arena, ein ungewohntes Format.


Viel Farbe hier - und bunt! 


Die Dänen versuchten zwar mit Kampf dagegen zu halten, aber Finnland kam trotzdem zum verdienten Sieg.

Nach dem Spiel ging es wieder mit der Metro in die Innenstadt zum örtlichen Hard Rock Cafe, eine schöne Lokalität mit zahlreichen Bildschirmen, auf denen das Abendspiel gezeigt wurde. 


Recht musikalisch, das Innere und reichlich groß!


Ein Teil unserer Gruppe beim Rollen der notwendigen Rubel.

Nach einem gepflegten Essen wurde dann ein Kneipenwechsel beschlossen und die Metro brachte uns zum Roten Platz (dessen russische Bezeichnung gleichzeitig auch "Schöner Platz" heißt), wo es die ersten Fotomotive gab. 



Sowas findet man normalerweise nur innerhalb von Kirchen, hier in einer simplen Metrostation.


Das rote Rathaus? Nö, noch viel weiter östlich.


Dieses Eingangstor ist ein Postkartenmotiv erster Güte.


Und daneben liegt sogar ein Postamt, wenn ich das richtig mitbekommen habe.


Die Basilius-Kathedrale von der Platzseite aus, alles gut beleuchtet.


Die bekannteste Seite des Kreml.

Endstation war dann im Bierlokal Kruzkha, gelegen in einem Felskeller nahe des Kaufhauses GUM. Dort leerten wir ein paar Biertürme mit je 3 Liter Inhalt. Praktische Sache, das. Zu später Stunde gingen wir dann mit ein paar anderen zurück zur Tverskaja, nahmen neben deren Appartment noch etwas Bier mit und fanden dann heraus, wie lange diese riesige Straße wirklich ist, laaaaang! Das zieht sich echt, wenn man bis ans Ende laufen muss. :-)


Da lässt es sich gut zapfen.


Das Teil ist ja fast schon wieder leer!

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