Nächster Morgen... nein, wir sollten wirklich nur noch von Vormittag sprechen. Das zweite Spiel der Deutschen (für uns das erste) in Mytischi stand auf dem Programm. Die einfachste Fahrmöglichkeit läuft mit der Metro über den Yaroslawer Bahnhof und dann eine halbe Stunde Zugfahrt. Leichte Verwirrung vor dem Bahnsteig, die Schranke wollte nicht aufgehen. Keiner konnte da Englisch und Jens kam mit seinen kargen Russischkenntnissen nicht wirklich weiter. Nach einiger Zeit fanden wir dann raus, dass man einen bestimmten Eingang verwenden muss. Da konnten wir uns gleich ein paar anderen Deutschen anschliessen, was recht hilfreich bei der Wegfindung war. Mytischi selbst erkannte man schon eher als russische Stadt, ganz was anderes als Moskau. Kurz vor der Arena in einer Parkanlage war eine Art Fandorf aufgebaut, dass wir aufgrund noch fehlender Eintrittskarten für das Spiel erstmal links liegen lassen mussten. 


Nettes Fandorf vor dem örtlichen Theater (oder zumindest was Kulturelles)

Auf dem Arenagelände gab es auch ein Minizelt, allerdings ohne Bier! Tja, das russische Gesetz verbietet leider jeglichen Alkohol in Sportstätten. Bei den Eintrittskarten wurden wir dann noch über den Tisch gezogen, indem man uns sagte, dass es nur noch Kategorie 1 Karten geben würde. Von wegen! Naja egal, wenigstens gab es noch preiswerte Karten für das dritte Spiel. 


Der Mega-Wegweiser (nur Nürnberg fehlte) mit einigen rumlaufenden Maskottchen russischer Art


Sieht doch ganz schick aus von außen!


Und sogar ausreichend Platz zum Drachen steigen lassen.


Das Zelt hat alles was man braucht, was zu Essen, es ist halbwegs warm, aber kein Bier!

Die Arena Mytischi ist deutlich kleiner als ihr Moskauer Gegenstück, sieht aber irgendwie normaler aus, könnte auch locker in irgendeiner DEL-Stadt stehen. Das Spiel gegen die Slowakei sah lange Zeit recht gut aus, bis dann die Slowaken zum Ende hin noch etwas aufdrehten. Nun, trotz des guten ersten Spiels hatte hier niemand ernsthaft mit einem Sieg gerechnet, denke ich. 


Jens passt da so richtig gut ins Bild.


Bei diesen Fotomodellen musste man schon fast Schlange stehen. :-)


Just abgedrückt, als ein slowakisches Tor fiel. Reiner Zufall :-)


Bunte deutsche Fans und uniform aussehende Slowaken


Auch innendrin sieht die Arena aufgeräumt und übersichtlich aus.


Den Osterloh hätte man ja fast daheimgelassen und jetzt der beste Spieler, sauber!

Nach Spielende ging die deutsche Fangemeinde geschlossen in Richtung Fandorf, wo es türkisches Essen und russisches Bier gab. Es war dort eigentlich recht angenehm, aber die Temperaturen rutschten immer weiter ab, sodass wir uns doch wieder Richtung Bahnhof aufmachten. 


Hier im Vordergrund das "Knut-Bier", erfreute sich großer Beliebtheit.

In diesen Zügen erlebt man auch lustige Dinge, regelmäßig laufen da Leute durch, die einem was verkaufen wollen (Zeitschriften, Karten, sogar DVDs), einmal lief da sogar ein orthodoxer Geistlicher rum, der dauernd vor sich hinsang. Ein anderer Russe schwallte uns auf Russisch voll, obwohl klar erkennbar war, woher wir kamen oder ein paar Jugendliche, die ihre mageren Englischkenntnisse an uns ausprobierten (es blieb beim Versuch).

Auf dem Weg zum Bierlokal passierte uns die einzige dubiose Sache in Moskau. Ein Russe vor uns lässt eine Art Geldpaket fallen. Jens hebt es auf und gibt es ihm. Der schaut uns an und sagt, dass ihm noch was fehlt. Rein zufällig taucht dann ein Zivilbulle auf und überprüft unsere Pässe und Geldbestände. Anscheinend hatten wir nicht genug oder nicht das Richtige dabei, denn wir durften dann doch weiter. Sah jedenfalls ziemlich nach einer Touristen-Abzocke aus. 


Ein Moskauer Schloßgang? Nö, eine Metrostation!

Bei der Gelegenheit ein Wort zum Thema Sicherheit: Wir haben uns keinen Moment lang egal wo nicht sicher gefühlt. In der Innenstadt ist alles sauber und hell ausgeleuchtet und es ist eigentlich fast immer ein Polizist irgendwo. Auch die Stories über Polizisten, die Toruisten gerne schröpfen, können wir nicht bestätigen, aber vielleicht waren wir auch zu unauffällig. :-)


Auch zu zweit wird so ein Bierturm schnell leer.


Hey Bunny!


Der Ostmann vor dem Sinnbild des Ostens


Find dich da mal zurecht bei all diesen komischen Schriftzeichen.

Im Kruzkha gab es dann nochmal einen Bierturm zum Abendspiel. Auf dem Heimweg kauften wir in einem 24 Stunden-Supermarkt noch eine (kleine) Flasche Wodka (wäre ja ein Frevel, in Russland keinen Wodka zu trinken). Im TV fand ich zufällig noch die Wiederholung eines Spiels von 1989, die Buffalo Sabres gegen CSKA Moskau. Ein netter Abschluß des Abends.

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