Hej! Välkommen zum Jubiläums-Reisebericht! Jaja, irgendwann musste es ja soweit kommen. Diese WM hat wieder mal bewiesen, dass Deutschland noch einen langen Weg vor sich hat, um sich dauerhaft im Kreis der Top 8-Eishockeynationen zu etablieren. Es muss halt wirklich alles passen, damit das Viertelfinale erreichbar ist. Und als Krönung zeigten sich die Organisatoren genauso dilletantisch wie die sportliche Leistung unseres Teams. Remember 2002? Das war noch eine schöne WM.

Aber halt, ich greife ja schon wieder vor, fangen wir also von vorne an. Genau 10 Jahre nach der letzten WM in Schweden kehren wir zurück in den hohen Norden, in das Land der Elche. Trotzdem war vieles neu, denn diesmal war die WM zwischen zwei Länder aufgeteilt, der schwedische Spielort in Stockholm (für mich neu) und der Spielmodus ungewohnt durch den Wegfall der Zwischenrunde. Bewährt ist allerdings das Hannoveraner Team um Chef-Indianer Ulli, dem ich mich wieder anschliessen durfte. Und dazu noch ein paar andere: Mela aus Wolfsburg, Tom aus Krefeld, Mayk und Nicole sowie Pitti, Petra und Nicole aus Düsseldorf, der allseits bekannte Frankfurter Jup und Tobias aus Weiden, sowie natürlich unsere beiden Salzwedler Dorle und Siggi. Und ein seltenes Ereignis, ein Mit-Nürnberger, mein Bekannter Yoda hatte sich auch für einen Schweden-Urlaub begeistern lassen.

Nun, wie viele sicher wissen, gehört Schweden nicht zu den billigsten Reisezielen und Stockholm speziell ist ein teures Pflaster. Deshalb hatte Ulli einen günstigen Campingplatz aufgetrieben, in Södertälje, 30 Kilometer südwestlich von Stockholm. Im übrigen der Hauptstandort von Scania (Fahrzeughersteller) und AstraZenica (Pharmakonzern). Zum Glück hat Stockholm ein ausgezeichnetes Nahverkehrsnetz und die örtliche Version einer S-Bahn bringt einen schnell (ok, relativ schnell) in die Stadt bzw. zur Arena. Um die nicht ganz unerhebliche Strecke aus dem Süden unseren schönen Landes in normaler Zeit zu überwinden, ging es im Gegensatz zu 2002 diesmal mit dem Flieger hoch. KLM brachte uns bequem von Nürnberg nach Stockholm, mit einem kleinen Zwischenstopp in Amsterdam. Der Flughafen Arlanda liegt auch ein ganzes Stück von der Stadt weg, hier empfiehlt sich ein Flughafen-Shuttlebus, der relativ preiswert zum Hauptbahnhof fährt. Dort dann gleich eine Wochenkarte für den Nahverkehr besorgt (sehr empfehlenswert, wenn ihr vorhabt, viel anzuschauen) und den Zug nach Södertälje geentert. Nach ein bissel Rumirren mit den örtlichen Buslinien, beschloss ich dann doch eher ein Taxi zum Campingplatz zu nutzen. Wobei der erste Taxifahrer anscheinend überhaupt keine Ahnung hatte, wo der Campingplatz liegt (trotz ausgedrucktem Anfahrtsplan). Zum Glück wusste es der zweite besser und ein wenig später konnten wir alle Leute begrüssen, die sich schon häuslich in den Wohnhütten eingerichtet hatten. Die ersten Biere wurden geöffnet (glücklicherweise fuhren ein paar Leute mit dem Auto hoch und konnten ausreichend deutsches Bier mitnehmen).

Der WM-Spielplan hatte das erste Spiel gegen Italien auf 12.15 Uhr gelegt (ein Unding!), also musste am nächsten Morgen alles etwas beschleunigt ablaufen. Zum Glück gibt es eine relativ nahgelegene Busverbindung, die einen direkt zum S-Bahnhof bringt, aber vorher waren doch noch 15 Minuten Fußmarsch fällig. Und wie sollte es beim Ulli auch anders sein, natürlich mit einem Berg dazwischen. ;-) Im Stadtviertel Hovjö besorgten sich alle erstmal Fahrkarten beim örtlichen Kiosk. Der Inhaber machte wahrscheinlich einen Wochenumsatz auf einen Schlag und war so begeistert, dass er noch eine Runde Schokoeier spendierte. Hovjö schaut übrigens stark nach einer Sozialbau-Siedlung mit Migrationshintergrund aus. Eine hier lebende Ausländerin, mit der wir ins Gespräch kamen, erzählte uns, dass dieser Ort relativ "unschwedisch" wäre. :-) Von der S-Bahn ging es dann in die Straßenbahn, die uns zum Globe chauffierte. Dort fragten wir uns erstmal: Hat die WM  schon begonnen? Denn ausser den ganzen üblichen Verdächtigen (die natürlich alle gebührend begrüsst wurden), war da nicht wirklich was los. Die örtliche Ordnungsmacht war allerdings da und wies uns freundlich auf das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit hin. Also Bierdosen entsorgt, was für eine Verschwendung.


Frühmorgens standen hier lustig gekleidete Leute rum.

Ulli wieder in voller Montur :-)

Bequem in der S-Bahn zum Mittagsspiel

Ja, da ist voll was los hier :-)

Deutsche Versammlung vor dem Fanshop.

Dann rein in die Arena. Zum Glück waren die Sicherheitskontrollen relativ entspannt. Im Vorfeld hatten die meisten Leute sich schon auf einen Block festgelegt, also sammelten sich alle im Mittelrang und waren verblüfft. Der Ericsson Globe ist eine beeindruckende Arena, beeindruckend leer!  Zugegeben, es war Mittagszeit an einem Freitag, aber selbst die Mittagsspiele bei der Heim-WM in Kölle waren voller. Zum Spiel sei soviel gesagt, dass Italien hier nicht viel zu bestellen hatte. Also Sieg abhaken und weiter. Besonders misslungen finde ich, dass neuerdings die Nationalhymnen beider Länder vor dem Spiel gespielt werden statt nur die Hymne des Siegers nach dem Spiel. Noch ein Wort zum Maskottchen, irgendwie haben die Nordländer da immer einen seltsamen Geschmack. Diesmal hieß das Maskottchen Hockeybird und sah den Vögeln, die im bekannten Game "Angry Birds" rumkugeln, zum Verwechseln ähnlich. Das Spiel selbst stammt übrigens aus einer finnischen Softwareschmiede. Bezeichnend :-)
Zum Feiern ging's dann in den müden Ersatz für ein Fanzelt, ein abgegrenzter Biergartenbereich auf der Seite der Nebenhalle. Bei den Bierpreisen tat man allerdings gut dran, nicht allzulange bleiben (griechisches Pleite-Syndrom), deshalb steuerten wir wieder den Campingplatz an. Kurzer Stop vorher noch im türkischen Supermarkt und dort alles Grillfleisch aufgekauft. Ullis bewährte Grillmethode fasziniert immer alle Leute, die sie noch nicht kennen. Mit frischem Veltins und leckerem Fleisch wurde dann der Rest des Tages verbracht. Allerdings nicht so lange, weil der Wecker am nächsten Morgen noch früher klingelte.


Wer will alles den Hockeybird abschiessen? :-)

Und los geht der Spaß am Mittag!

Kleines Dankeschön an den jetzt Ex-Fanbetreuer der Straubing Tigers

Ein paar Einblicke in diese doch sehr rote Arena.

Hauptsächlich so rot, weil kaum jemand da war.

Der sehr klassisch aussehende Videowürfel.

Der erste Sieg ist in der Tasche.

Der beste Italiener -

und der beste deutsche Spieler - nicht ohne Grund Patrick Reimer :-)

Anregende Gespräche im "Biergarten"

Shorty und Tobi - alles irgendwie Hannover :-)

Grillmeister Ulli bei der Arbeit.

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